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Dinge anstoßen, etwas ins Rollen
bringen - Bewegung und Wandlung im Außen spielt eine wichtige
Rolle dabei, aber vor allem weitet sich das Bewusstsein.
So oft habe ich das in der Politik erlebt,
dass sich plötzlich verhärtete Fronten durch Erkenntnisse
auflösten. Als ich glaubte, es gäbe keinen Ausweg;
als ich dachte, alles sei verloren; setzte sich etwas in Gang,
kam etwas ins Rollen. Das wirkte befreiend. Hier wurden Visionen
Wirklichkeit!
Fast nie gab es Situationen, wo "ich
kam und sah und siegte". Das Ringen um die Lösung von
Problemen stand stets im Vordergrund. Dies war oft ein zäher
Kampf. Häufig holperte der Wagen, selten lief alles rund.
Aber so ist das in einer Demokratie, wo
die Mehrheit entscheidet. Nur gemeinsam getragene Entscheidungen
führen zur Umsetzung. Selten "platzt der Knoten"
bei allen gleichzeitig. Einer muss immer wieder Dinge anstoßen,
in Bewegung bringen. Initiative ist gefragt! Aber auch Ausdauer,
Geduld und Mühe pflastern diesen Weg. Projekte die in Bewegung
geraten müssen begleitet und gepflegt werden. Wir dürfen
uns hier nicht verzetteln. Darum gebe ich nicht auf!
Habe ich erst einmal den richtigen Weg
in Politik und Alltag erkannt, dann gehe ich ihn konsequent und
unbeirrt. Ohne zu zögern, halte ich fest an der Gleichberechtigung
und Selbstständigkeit von Frauen und der Förderung
einer gemeinsamen Verantwortung von Frau und Mann in Familienpolitik.
Dies zeigt sich vor allem in der Forderung nach einer besseren
Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder dem eigenen Rentenanspruch
der Frau. Die Werte unserer freiheitlich demokratischen Verfassung
sind unabdingbar, sie schützen und fordern einen mündigen,
selbstverantwortlichen Bürger. Ich setze mich ein für
eine Erziehungs- und Bildungspolitik, die eine technologisch
hoch entwickelte, aber menschliche Zukunft erst ermöglicht.
Auf dem Weg finde ich andere Gefährten, die sich aufgemacht
haben, Dinge anzustoßen. Und hier stellte ich fest: Oft
haben Frauen Mut - zu sagen, was nur gedacht werden darf; zu
tun, was keiner wagt; zu glauben, was sie intuitiv wissen. Frauen
sind und waren Reformerinnen und Vorbilder der Zivilcourage.
Dinge anstoßen führt auch mal
zum "anecken", zum "unbequem sein". Aber
den "Kopf in den Sand zu stecken", ist keine Alternative.
Ich möchte auch Ihnen Mut machen: Regen Sie Dinge an, mischen
Sie sich ein und schweigen Sie nicht - stoßen Sie Dinge
an, bringen Sie etwas ins Rollen!
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Prof. Dr. Rita
Süssmuth, MdB CDU/CSU |
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