Der Stein im Reichstag


Wie ein Stein in Bewegung kommt - Gedanken die anstossen


Frauen werden viele Steine in den Weg gelegt. Die gesellschaftlichen Erwartungen an sie sind noch immer vorsintflutlich. Sie sollen brav und angepasst sein, ihre Pflicht erfüllen als Hausfrau und Mutter, auch im Beruf dem Mann den Vortritt lassen. Doch wie heißt es so schön: Gute Mädchen kommen in den Himmel - böse überall hin. Also sagen wir: Frauen müssen "böse" werden, d.h. um die Durchsetzung ihrer verbrieften Rechte vehement kämpfen und die Steine, die im Weg liegen, endlich wegrollen.

Doch Vorsicht! Einfach so einen Stein ins Rollen bringen, kann auch problematisch sein. Aggressiv dagegen treten und eine Lawine auslösen, die alles mitreißt, im Guten wie im Schlechten, das Machtspiel einfach umdrehen, statt Opfer Täterin werden, das kann nicht unser Ziel sein. Auch bringt es nichts, sich sinnlos zu verausgaben und den Stein gegen alle Widerstände den Berg hoch zu rollen und wie Sisyphos immer wieder von vorne anfangen zu müssen.

Wir müssen klug vorgehen. Wir müssen genau überlegen, was und wohin wir wollen und systematisch daran arbeiten. Steine, die wir einmal weggerollt haben, sollten nie wieder unseren Weg kreuzen und auch anderen nicht den Weg versperren.
Kampfgeist gut und schön. Doch Partnerschaft und Solidarität, Realitätssinn und Geduld sind positive "weibliche" Eigenschaften, die beim Steine wegrollen nicht auf der Strecke bleiben dürfen.

 

Bärbel Sothmann  
Bärbel Sothmann, MdB CDU/CSU  


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Wer wird den Stein wegrollen?