| Wie
die Frauen im Markusevangelium, die sich auf dem
Weg zum Grab Jesu fragen, wer ihnen wohl den Stein
wegrollen wird, sind auch heute Frauen unterwegs,
sind wir unterwegs, stolpern, erstarren, verzweifeln
und überwinden Steine im Leben.
Die Erfahrung, dass
es einen Stein gibt im persönlichen Leben,
in der Gesellschaft, in der Kirche, zwischen den
Völkern, der sich in den Weg legt, ein hartes,
beschwerliches Hindernis und die Erfahrung, dass
hinter dem Stein oder im Ringen um den Stein eine
Transformation geschieht, dass Erlösung möglich
ist, war der Ausgangpunkt für ein vielfältiges
Programm des ökumenischen Frauentages.
Im Erzählcafé
berichteten Frauen von Steinen im persönlichen
Leben in ihrer Arbeit und von Steinen, die es manchmal
nur in ihren Köpfen gibt. Mit Märchen,
Musik, meditativem Tanz und Steinarbeiten versuchten
Frauen den ganzen Tag Steiniges, Erstarrtes in Bewegung
zu bringen."Die Putzfrauen" berichteten
in ihrem Kabarett von den täglichen Steinen,
von dem Straßenstaub, den sie immer wieder
und überall mühevoll entfernen müssen.
Der Stein, der uns am Anfang so viel Sorgen bereitet
hatte, der unbeweglich und hart an seinem Platz
verharrte, gerade er stiftete an diesem ökumenischen
Frauentag Zusammenarbeit und stärkte die Verbundenheit.
Am Ende des Tages legten im Abschlußgottesdienst
Frauen den kleinen Stein, den sie vom Mittagsgebet
den ganzen Tag mit sich herumgetragen hatten, am
Stein ab. Erleichtert von seinem Gewicht und vielleicht
von der Schwere eines inneren Steines.
Geduld, Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen,
ein am Anfang schier unüberwindbares Hindernis,
das dann doch bewegt werden konnte - hierfür
ist uns der Stein ein eindrucksvolles Symbol geworden.
Marita Teunissen
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit |