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16. - 29. Mai 2000 stand der Stein im Hohen Dom
zu Mainz.
Er wurde am 16. Mai
von einer kleinen Abordnung von Frauen aus Trier
gebracht und mit Hilfe der Mitarbeiter des Dombauamts
sicher an seinen Platz im Dom gestellt. Die Organisatorinnen
des Frauentreffens in Mainz und einige Gäste
begrüßten ihn mit einem Umtrunk im Dom.
Täglich zogen
Hunderte von Besucherinnen und Besuchern an dem
Stein vorbei, hielten inne, lasen aufmerksam die
Informationen, die dabei lagen, und trugen ihre
Gedanken in das bereitliegende Buch ein. Die meisten
von ihnen waren gekommen, den Dom zu besichtigen,
und waren erstaunt und berührt, hier auf diesen
Stein des Anstoßes zu treffen, Menschen aus
allen Teilen der Welt: aus Israel, Japan, den USA,
Chile, Afrika...
Immer wieder war der
Stein Ort tief bewegender Gespräche und Begegnungen.
Da war das Paar
aus Israel: sie 1946 geboren als Kind jüdischer
Eltern, deren vorherige Familien - Ehepartner und
Kinder - Auschwitz nicht überlebten, er, Jahrgang
1936, überlebte als Kind das Ghetto, während
der Rest der Familie in Treblinka ermordet wurde.
Nun beide zum ersten Mal wieder in Deutschland mit
der Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung im
Herzen und der gläubigen Hoffnung, daß
unser beider Gott diesen Frieden und Versöhnung
will. Wie gut, daß es da den Stein gab, an
dem dieses Gespräch stattfinden konnte.
Da war das Professorenehepaar aus den USA, die voller
Freude darüber waren, daß katholische
Frauen in Deutschland so lebendig und so "very
powerful" sind, und die gerne im Kontakt bleiben
wollen mit diesem Projekt.
Oder auch die junge Frau, die fragte: Heiliges Land?
Welches Heilige Land? Ich habe noch nie davon gehört
Höhepunkt war
am 20. Mai 2000 unser drittes diözesanes Frauentreffen
mit ca. 600 Frauen, bei dem die Frauenseelsorge,
die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands,
der Katholische Deutsche Frauenbund, der Bund der
Deutschen Katholischen Jugend, Caritas, Kolpingfrauen
und andere zusammenarbeiteten.
| Am
Vormittag stellten Frauen ihr Leben mit seinen
Licht und Schattenseiten dar, "Steine so
bunt wie die Welt" |
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Nachmittags
waren "Frauen auf dem Weg", um in
verschiedenen Themengruppen zu schauen, wie
sie mit den Steinen in ihrem Leben umgehen können. |
| Den
Abschluß bildete ein Gottesdienst im Dom
"Seht, der Stein ist weggerückt",
bei dem wir den Weg der drei Frauen am Ostermorgen
als unseren eigenen Weg nachgingen - wahrhaftig
ein Weg der Begegnung mit dem Auferstandenen.
(Viele haben es anschließend so beschrieben.) |
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Schließlich
versammelten sich am 25. Mai abends, als der Dom schon
ruhig und geschlossen war, Mitglieder der Hauptversammlung
der kfd am Stein, um innezuhalten in dem Streß
und Trubel einer solchen Bundestagung, in einer Situation,
die auch mit der Spannung gefüllt war, wie der
Verband in wichtigen Fragen entscheiden würde.
"Christ ist erstanden", so erklang es vom
Stein her und füllte den ganzen Dom - und uns
mit Zuversicht. Mögen
sich immer wieder viele Menschen zum Gespräch
am Stein treffen - auf seinem Weg durch die Bundesrepublik
und dann an seinem Platz im Kloster Helfta -, damit
wir miteinander immer mehr von dem entdecken können,
was hinter allen Steinen und Beschwernissen unseres
Lebens liegt, denn neben und zwischen allen Steinen,
die im Weg liegen, blühen Rosen, deren Duft
uns von Gottes Liebe kündet, die jeden Tod
überwindet.
Fotos: Ullrich, Mainz |