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Europe
meets Palestine meets Africa
28. - 30. November 2000
- Steine im Leben von Frauen - Global Sisterhood
Referentinnentagung der Arbeitsstelle für
Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz
in Freising
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Mit Gästen:
Sumaya Farhat-Naser, Palästina - Women advocating
for Peace. Elizabeth Namaganda, Uganda - Direktorin
einer Sozialfachschule, Tacko Ndiaye, Brüssel
bzw. Senegal - W.I.D.E (Women in development Europe)
und Susanne Pauser, Aachen - Misereor
Zitate und Eindrücke:
Elizabeth
Namaganda: "United
we are strong, divided we will fall"
Sumaya
Farhat-Naser: Wir können nur etaws bewirken, wenn
wir Macht haben. Um Macht zu haben müssen wir
wirtschaftlich selbstständig sein. Wichtig
ist aber auch die Bereitschaft Macht an andere zu
transferieren.
Susanne
Pauser (Misereor):
Bei globaler PartnerInnenschaft ist es wichtig,
die eigenen Ressourcen und Möglichkeiten realistisch
einzuschätzen, die Erwartungen von beiden Seien
sind oft sehr hoch. Deshalb klare Absprachen treffen
und Grenzen vereinbaren.
Sumaya
Farhat-Naser: Wir in Palästina haben viele Steine,
aber selbst der kleinste Stein ist eine Stütze.
Auf Steine sich zu legen bin ich gewohnt. Das heißt
gleichzeitig, ich muss erst Steine wegräumen
- mich den Schwierigkeiten stellen.
Elizabeth
Namaganda: Wir
Frauen in Uganda arbeiten auf ein Ziel hin, auch
wenn die Männer uns als zweitrangig sehen.
Das Land ist unser Land, auch wenn es schwierig
ist, dies einzufordern, aber das Land gehört
den Frauen genauso. Unser Leben auf Erden ist nicht
auf Rosen gebettet. Es ist unsere Aufgabe aus den
Sorgensteinen Edelsteine zu machen. Das ist unser
Schöpfungsauftrag. Es ist wichtig, dass alle
mithelfen die großen Steine wegzuräumen,
dann sind auch die anderen nicht mehr so schwer.
Tacko
Ndiaye: Viele
Steine, die im Leben von Frauen auftauchen, beginnen
in der Kindheit. Da können wir als Frauen Einfluss
nehmen. Wir prägen das Bild, das Mädchen
vom Frausein haben mit.
Die größten Steine sind die , die tief
in der Tradition und Religion verankert sind. Das
legt uns fest in die Rollen als Mann und Frau. In
der Religion gibt es Freiheit und Regeln. Das Problem
ist, dass diejenigen - Männer - die sie interpretieren,
den Schwerpunkt legen auf die Pflichten. Ich denke
hier braucht es lange Zeit zur Veränderung.
Sumaya
Farhat-Naser: Macht, Geld, Ruhm, das wird festgelegt
von oben. Weiter kommt man, wenn man aus diesen
Strukturen herausgeht. Ich habe die Möglichkeit
andere Wege als die vorgegebenen zu gehen, damit
habe ich Optionen, Freiräume - jede von uns
ist kreativ.
Tacko
Ndiaye: Wichtig ist Frauen dazu zu bringen über
ihre Probleme zu sprechen, das ist in vielen afrikanischen
Kulturen üblich, dass Frauen nicht sprechen.
Von den drei ausländischen
Gästen wurde betont, wie notwendig Netzwerke
sind. Vermittlung von wirtschaftlichem Fachwissen
und wirtschaftlichen Zusammenhängen ist eine
wichtige Aufgabe in einer globalisierten Welt. Um
Macht zu haben, müssen Frauen auch wirtschaftlich
selbstständig sein. Die neue Technik kann dazu
neue Möglichkeiten des Austausches und der
Vernetzung bieten. Es ist notwendig über Finanzierung
nachzudenken, es geht nicht um Wohltätigkeit,
reiche Frauen müssten zum Sponsoring von Frauenprojekten
gewonnen werden, wichtig ist auch, einen Fond zu
schaffen, der im Sinne einer positiven Diskriminierung
Frauenarbeit finanziert.
Wie wichtig Netzwerke
sind betonte Sumaya Farhat-Naser auch bezüglich
der Friedensarbeit, ohne das Eingebundensein in
internationale Zusammenhänge, ohne Vermittlung
von außerhalb, wäre die Friedensarbeit,
die schon geschieht in Israel/Palästina nicht
möglich gewesen.
Konkrete Schritte für die
Arbeit als Referentinnen in Frauenseelsorge und
Frauenverbänden:
- Weltgebetstagsarbeit verstärken
- Reflexion von Frauenspendenprojekten:
was bringen Projekte, die von Frauen unterstützt
werden bezüglich Empowerment, eigenständiges
wirtschaftliches Handeln, Lernpartnerschaft und
Frauensolidarität?
- Kampagnen als Mittel Menschen
zu interessieren - Hilfswerke nutzen.
- Gewalt gegen Frauen verbindet
uns weltweit - "Gewalt überwinden"
ist das Thema der neuen Dekade des Ökumenischen
Weltkirchenrats - Gewalterfahrungen von Frauen
in der Kirche, Gewalterfahrungen in der Familie,
Frauenhandel - diese Themen gilt es immer wieder
zu benennen, bearbeiten, sichtbar machen!
- Kriterien für die konkrete
Umsetzung:
- Achte auf deine Grenzen
- Achte auf Verbindlichkeit - Du hast Verantwortung
für das, was du anstößt.
- Mache nicht völlig Neues, sondern knüpfe
dort an, wo schon Ansätze in Deiner Arbeit
sind.
- Wir brauchen die Kontakte zu anderen Frauen
aus anderen Ländern. |