|
Der Weg des Steins ist zu Ende,
die Frage der Frauen aber bleibt: "Wer wird den Stein wegrollen?".
Es war ein langer Weg: Aus dem
Heiligen Land kam der 800 kg schwere Stein nach Deutschland.
Von Ostern 2000 bis Ostern 2001 wurde er dann über ca. 6.300
km durch 30 Orte Deutschlands bewegt. Schätzungsweise begegneten
30.000 Menschen dem Stein auf seinem Weg und im Internet.
Am Ostermontag 2001 kamen 800 Frauen und auch Männer in
das Kloster Helfta, um seine Ankunft an dem endgültigen
Ort seiner Aufstellung mit einem ökumenischen Fest zu feiern.
Im Rahmen dieses Festes wurde auch an das Partnerinnen-Projekt
im Heiligen Land erinnert. Als Zeichen der Solidarität mit
Frauen in Palästina/Israel waren während des Projekts
Ansteck-Tauben ausgegeben worden. Die Gesamtsumme der eingegangenen
Spenden bis zum 11. April 2001 beträgt DM 25.974,41. Diese
Summe wird an Dr. Sumaya Farhat-Naser, Kontaktfrau des Projekts
"Women Advocating for Peace" überwiesen.
Die Frauenseelsorge übergab
den Stein an Sr. Assumpta Schenkl, Äbtissin des Cistercienserinnen-Klosters
Helfta. Die Äbtissin sagte u.a.: "Mit grosser Freude
nehme ich diesen Stein entgegen..., ist er doch auch... Symbol...dafür,
dass angesichts dieses Steines sich alle Frauen solidarisch fühlen
können und sollen, gleich welchen Bekenntnisses, denn Christus
spricht uns alle gleicherweise an."
Frauen aus vier verschiedenen Gruppierungen, für die der
Stein auf seinem Weg bedeutsam geworden ist, formulierten Optionen, zu denen sie sich
durch ihn mit Blick auf die Zukunft herausgefordert fühlen.
Dr.Ingeborg Tiemann zog ein erstes Resümee. Am Anfang
des Projektes stand die Frage, wie es möglich ist, die Ostererfahrung
heute in Lebendigkeit mit dem eigenen Leben zu verbinden. Ansatz
des Projekts war nicht die Ostererfahrung selbst. Vielmehr war
es der Versuch, die Sehnsucht nach der Ostererfahrung zu wecken.
Die Frage: "Wer wird den Stein wegrollen?" ist die
Frage, die nach der Ostererfahrung ruft. Dieser Ruf wurde während
des Jahres immer lauter, er schwoll an zu einem vielstimmigen
Chor von Frauen. Mindestens 30.000 Frauen waren es, die einstimmten
in diesen sehnsuchtvollen Ruf nach der Ostererfahrung. So entwickelte
sich das Projekt zunehmend mehr zu einem Projekt wider die Resignation
- zu einem Projekt, das Energie zum Handeln und zum Glauben weckt.
Der Stein ist nun im Areal des
Klosters Helfta aufgestellt - möge er weiterhin Katalysator
für die Erfahrungen von Frauen sein; möge die Stimme
der Sehnsucht, der Ruf der Frauen nach Veränderung von Situationen,
die versteinert sind nicht verstummen: "Wer wird den Stein
wegrollen?"
 |