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"In mir gibt es einen ganz tiefen
Brunnen. Und darin ist Gott. Manchmal ist er für mich
erreichbar. Aber oft liegen Steine und Geröll auf dem Brunnen
und dann ist Gott begraben. Dann muss er wieder ausgegraben werden."
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Die jüdische "Gottsucherin"
Etty Hillesum schrieb diese Sätze 1941 in ihr Tagebuch.
1943 kam sie in Auschwitz ums Leben.
Gott wieder ausgraben - ein ungewöhnlicher
Gedanke, herausfordernd: Ich werde auf mich selbst zurückgeworfen.
Ich grabe und begegne meinen Ängsten, meiner Verzagtheit,
meiner Trauer...Steine,
die mir auf der Seele liegen. Indem ich die Steine anfasse, anschaue,
mit ihnen umgehe, verändern sie sich und geben Wege frei.
Ich grabe und entdecke meinen Mut, meine Zuversicht, meine Freude...
Ausgraben: mich einlassen auf mich selbst
in der Zuversicht, dass Gott mir auf
diesem Weg entgegenkommt.
*aus:
Das denkende Herz, Die Tagebücher von Etty Hillesum 1941-1943,
Reinbek 1998, herausgegeben von J.G. Gaarlandt, Seite 52 |