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Der Stein ist weggewälzt. Johannes
berichtet in seinem Evangelium, dass Maria aus Magdala nach dieser
Entdeckung die Jünger unverzüglich darüber informiert.
Sie läuft mit diesen noch einmal zum leeren Grab. Die Männer
sehen nach, finden die Leinenbinden, gehen nach Hause zurück
und glauben; so der Bericht.
Bis hierher ist der Text, was den Part
der Jünger angeht, ganz unaufgeregt. Sachlich. Was sie nun
eigentlich glauben, wird nicht deutlich. Der Stein ist weggewälzt,
der Leichnam nicht mehr auf zu finden und die Männer glauben.
Es scheint eine intellektuelle Übung zu sein.
Anders Maria. Sie bleibt am Grab und weint.
Durch ihre Tränen hindurch erst sieht sie die beiden Engel
im Grab. Auf ihr Weinen spricht der Auferstandene sie an, so
erkennt sie ihn. Die Tränen der Maria öffnen den Blick
auf das Ostergeschehen. Der weggewälzte Stein allein bleibt
vordergründig, befremdlich rational und für sich allein
genommen unvollkommen. Durch ihre Tränen kommt die ganze
österliche Dimension in den Blick.
Die Tränen der Maria sind das Brennglas
für unseren Osterglauben. Durch sie hindurch werden die
Engel erkennbar, sieht Maria den auferstandenen Christus. Sie
laden ein, den Stein auf der Quelle eigener Tränen wegzuwälzen
und dem Blick der Tränen zu vertrauen! |