|
Ich stelle mir vor, wie die drei Frauen
des Ostermorgens schon zu Jesu Lebzeiten mit ihm unterwegs sind,
ergriffen und herausgefordert von der Botschaft des Reiches Gottes.
Ich ahne die Zuneigung, die sie mit ihrem Freund und Lehrer verbindet.
Jetzt, nach seinem Tod, versetzt sie diese Zuneigung und Liebe
- trotz des Schmerzes, der Fragen und der Hindernisse - wieder
in Bewegung.
Am Grab angekommen sehen sie, dass der Stein bereits weggewälzt
ist und sie hören die Botschaft von der Auferstehung. Der
Stein, bislang ein Symbol für die Besiegelung des Todes,
wird hier zum Symbol des Lebens. Die umwälzende Erfahrung,
dass Verschlossenes aufbricht, Festgefügtes sich wandelt,
und aus der Höhle des Todes die Quelle des Lebens sprudelt,
wird denjenigen zuteil, die sich auf den Weg machen.
Und darin sind diese Frauen mir Vorbilder: der Liebe und der
Sehnsucht folgen, den Durst nach der Quelle spüren und sich
auf den Weg machen...
"In der Nacht, wenn wir ziehen, um
die Quelle zu finden,
ist der Durst unser einziges Licht."
(Taizé) |