Moses Banda war 24 Jahre lang glücklich mit Monica Mulenga verheiratet. Ihre Ehe war mit sechs Kindern gesegnet, drei Knaben und drei Mädchen. Moses war ein sehr fürsorglicher, liebender und zuverlässiger Ehemann und Vater. Er arbeitete als Lastwagenfahrer bei einer Spedition in Lusaka, der Hauptstadt Sambias. Lastwagenfahren ist eine gut bezahlte Arbeit, und so konnte er ein ordentliches Leben führen. Er wohnte in Woodlands, einem locker bebauten Wohnviertel der Stadt. Mit seinem Lohn und den Zuschlägen für Nachtarbeit und Fernfahrten konnte Moses seine Kinder auf anständige Schulen schicken. Vier Kinder gingen zur High School, zwei zur Grundschule.
Moses war nur selten krank, denn wegen seiner Arbeit wurde er regelmäßig untersucht. Seine Firma schickte nämlich ihre Fahrer und auch alle anderen Angestellten alle sechs Monate zum Arzt, um ihre Gesundheit und Arbeitsfähigkeit überprüfen zu lassen. In den zwölf Jahren, die Moses für die Spedition arbeitete, gab es nie einen Hinweis auf irgendeine chronische oder auch nur eine akute Erkrankung.
Eines Tages aber wurde Moses plötzlich krank, und an dieser Krankheit starb er nach einem halben Jahr. Von weit her kamen zu seinem Begräbnis fast alle seine Verwandten, denn sie wußten, daß der Verstorbene ein gutsituierter Mann gewesen war.
Nachdem Moses beerdigt worden war, hatten seine Verwandten fast sein gesamtes Eigentum an sich gerissen und seine Frau und seine Kinder mit so gut wie nichts außer dem Haus zurückgelassen. Dabei hatten dieselben Verwandten zu Moses´ Lebzeiten scheinbar doch ein gutes Verhältnis zu Monica gehabt. Mit dem, was jetzt geschehen war, kamen Monica und ihre Kinder nicht zurecht. Sie starb, womöglich aus Verzweiflung, ein Jahr nach ihrem Mann.
Für die Kinder wurde das Leben nun sehr hart. Sie mußten die Schule verlassen, weil ihnen das Geld dafür fehlte. Die Mädchen lebten von Prostitution, die Jungen taten als Straßenkinder alles Erdenkliche, um zu überleben.
Das ist eine traurige Geschichte, die uns sagen will, welches Elend und welche Not vom Raub des Eigentums kommt.
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