| Betrachtungen zur Bibelstelle Unter Schreien und Schmerzen zur Nachfolge geboren Meditation zu Mk 16,1-8 Wer wird uns den Stein vom Grab wegrollen? … Gedanken zur "Schutzengelaktion" von missio Einmal werden die Steine leicht auf unseren Gräbern liegen ... Gemeinsam auf dem Weg Interpretation zu Mk 16,1-8 Die Frauen am Grab - Wenn ein Stein ins Rollen kommt Die Frauen am Grab Wer rollt den Stein vom Grab weg? - "Spiritualität des Nichtaufgebens" Nachdenkliches zu Mk 16,1-8 Wer wird den Stein wegrollen? Brief von Maria von Magdala Der Stein und das Diakonat der Frau Mein Weg mit Markus 16, 1-8
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"Wer wird den Stein wegrollen?" Gedanken zur "Schutzengelaktion" von missio |
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| S T E I N -da fallen mir als erstes Sprichwörter ein: "Mir fällt ein Stein von Herzen", "Der ist hart wie Stein" oder "Das lastet auf meiner Seele wie ein Stein". Es fällt mir leicht, zwischen dem Bild des Steines und einem meiner momentanen Arbeitsschwerpunkten eine Verbindungslinie zu ziehen. Das Hilfswerk missio, für das ich hier in der Diözese Limburg tätig bin, hat sich einen "schweren Brocken" vorgenommen. Der missio Jahresschwerpunkt ist die Schutzengelaktion, eine Aktion gegen Kinderprostitution weltweit. Diese Aktion möchte ich im folgenden kurz vorstellen: Der Sextourismus boomt auf den Philippinen. Einschlägige Kreise in Europa und Australien schätzen die billigen und willigen Filipinas. Es scheint kein Zufall zu sein, dass die Philippinen zu einem Paradies für Pädophile wurden. Die Kinder wachsen in einer repressiven Gesellschaft auf. Sie müssen den Eltern und Erwachsenen bedingungslos gehorchen. Gegenüber Fremden wagen sie nicht, Nein zu sagen, selbst wenn sie leiden. Auch Pia sträubte sich nicht, als sie am 6. Januar 1996 den deutschen Thomas Breuer traf. Zwei ehemalige Prostituierte hatten mit dem Urlauber einen Tagespreis von umgerechnet 90,- DM für die damals 11-jährige ausgehandelt. Pia gehorchte und ging mit dem Mann aufs Zimmer. Sie ließ über sich ergehen, was der Mann ihr antat. Schweigend und leidend. Pias Körper und ihre Seele sind tief verletzt. Die Erinnerung lastet auf ihr wie ein schwerer Stein. "Wer wird den Stein wegrollen?" Diese Frage stellt sich für Pia und auch für die anderen ca. 100.000 minderjährigen Prostituierten, die das gleiche Schicksal erleiden wie sie. "Es gibt keine Verkündigung des Evangeliums ohne den Einsatz für Gerechtigkeit und Erbarmen. Es darf kein Christsein geben, das sich nicht einlässt auf die Wunden der Welt. Wahre christliche Frömmigkeit ist beides zugleich: Erfahrung der Nähe Gottes und Offenheit für jeden Menschen, dessen Würde verletzt wird." (Weihbischof Prof. Dr. Reinhard Marx). Pater Shay Cullen hat zusammen mit der Sozialarbeiterin Thess Malinga in Olongap, nördlich von Manila das Kinderschutzzentrum PREDA aufgebaut. Das Haus bringt Rettung für missbrauchte Kinder und Jugendliche. Durch die Jalousienen im Therapieraum scheint gedämpftes Sonnenlicht. Rücken an Rücken stehen sieben weiße Stühle in einem weiten Kreis. Pia nimmt in der hinteren Ecke Platz. "Schaut der Wahrheit ins Gesicht. Versteckt Euch nicht vor der Wirklichkeit" sagt Thess Malinga mit sanfter und eindringlicher Stimme. "Habt keine Angst." Pia schließt die Augen. Ein leises Schluchzen. Pia kämpft mit den Tränen. "Schrei raus, was Du fühlst" sagt Pater Cullen. Plötzlich schwangt sie, taumelt, will sich fallen lassen. Thess Malinga stützt sie, lässt ihren Körper sanft auf den Teppich gleiten. Pia windet sich, weint, heult und schreit. Endlich fließen die Tränen. Noch vor einigen Wochen sprach Pia mit kaum jemandem. Es war ein tiefes Leiden. Sie versuchte zu vergessen, was in dem Hotelzimmer in Manila geschah. Aber die Erinnerungen kamen wieder und wieder. Tag und Nacht. Pia wälzt sich auf dem Teppich. Ihre Wut wächst. Auf den Vater und die Mutter, die sie im Stich lassen. Auf die falschen Freundinnen. Auf diesen Deutschen, der sie in das Hotelzimmer zerrte, ihre Kleider herunterreißt, sie auf das Bett wirft. Dann das Seil nimmt, ihre Beine spreizt und die Fußgelenke an die Bettpfosten fesselt . Pia liegt auf dem Bauch, vergräbt das Gesicht, schlägt mit der Faust auf den Boden . - Das Trommeln wird mit jeden Mal härter und fester. Immer weiter und weiter, bis die Hand wehtut und die Seele nicht mehr schmerzt. Langsam verstummt Pias Weinen, sie richtet sich auf. "Während der Therapie verspüre ich große Schmerzen" sagt Pia. "Es tut weh. Sehr weh. Aber nachher fühle ich mich besser." Bis Pias Wunden verheilt sind, wird sie voraussichtlich zwei Jahre psychologisch betreut werden müssen. "Besonders ist auch die doppelte Moral zu verurteilen, die dem Mann in der Sexualität mehr Freiheit einräumt als der Frau und sein Vergehen mit größerer Nachsicht beurteilt... . Prostitution und Geschlechtsverkehr mit Prostituierten widersprechen zutiefst der christlichen Hochachtung vor dem menschlichen Leib." (Katholischer Erwachsenenkatechismus) Wer unter Not und Elend leidet, rutscht leicht in die Prostitution. Nicht selten werden Mädchen von ihren Eltern an Zuhälter verkauft. Sie opfern eine Tochter, damit die Familie überleben kann. Wie kann eine Mutter ihrem Kind das antun, werden viele fragen? Verzweifelte Menschen treffen manchmal verzweifelte Entscheidungen. Eine Prostituierte in Asien, so das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie der Universität von Jakarta, kann mit ihrem einkommen 18 Familienangehörige ernähren. Solange den Menschen keine Alternativen und Perspektiven gezeigt werden, ist die Versuchung groß, ein paar schnelle Dollar zu verdienen. "Wer wird den Stein wegrollen?" Die Steine, die hier weggerollt werden müssen heißen Armut, Ungerechtigkeit, Ausbeutung. Mit der Schutzengelaktion hilft missio, dass missbrauchten Kindern und Jugendlichen geholfen wird, die Steine, die auf ihren Seelen lasten, wegzurollen, zumindest etwas zur Seite zu schieben, damit sie wieder Licht sehen und neue Lebensperspektiven entwickeln können. 400.000 deutsche Männer fliegen Jahr für Jahr in die große weite Welt und wollen nur das eine. Einige Tausend von ihnen schrecken selbst vor Sex mit Kindern nicht zurück. Solche Verbrechen machen wütend, aber nicht ohnmächtig. missio kämpft gegen Kinderprostitution und Sextourismus. missio unterstützt Hilfsprojekte in Thailand, Indien, auf den Philippinen und in Sri Lanka. Die Partner und Partnerinnen vor Ort ermöglichen Mädchen und Jungen den Ausstieg aus der Prostitution . Sie befreien die missbrauchten Kinder von ihren traumatischen Erlebnissen. Und sie geben ihnen die Chance, ein neues Leben zu beginnen. Die "Aktion Schutzengel" ist eine Möglichkeit "Steine ins Rollen zu bringen". Annette Karthein missio - Diözesanreferentin |
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