Betrachtungen
zur Bibelstelle


 Der Text und eine erste Annäherung

 März:
Unter Schreien und Schmerzen zur Nachfolge geboren

 April:
Meditation zu Mk 16,1-8

 Mai:
Wer wird uns den Stein vom Grab wegrollen? …

 Juni
Gedanken zur "Schutzengelaktion" von missio

 Juli
Einmal werden die Steine leicht auf unseren Gräbern liegen ...

 August
Gemeinsam auf dem Weg

 September
Interpretation zu Mk 16,1-8

 Oktober
Die Frauen am Grab - Wenn ein Stein ins Rollen kommt

 November
Die Frauen am Grab

 Dezember
Wer rollt den Stein vom Grab weg? - "Spiritualität des Nichtaufgebens"

 Januar 2001
Nachdenkliches zu Mk 16,1-8

 Februar 2001
Wer wird den Stein wegrollen?
Brief von Maria von Magdala


 März 2001
Der Stein und das Diakonat der Frau

 April 2001
Mein Weg mit
Markus 16, 1-8

Aktionen, Termine

 Frauentag 2000

 Steingarten

 Bezirk Frankfurt

 Bezirk Wiesbaden

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  Gemeinsam auf dem Weg
 
Liebe Leserin, lieber Leser,

in den vergangenen Monaten ist schon sehr viel zur ausgewählten Bibelstelle im Markusevangelium gesagt und geschrieben worden. Deshalb möchte ich heute, als Geistliche Begleiterin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Limburg, einen Aspekt besonders herausgreifen.

Die drei Frauen, Maria von Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome, machten sich gemeinsam auf den Weg zum Grab.

Das erinnert mich daran, dass in den letzten Jahren viele kfd-Frauen sich auch gemeinsam auf den Weg gemacht haben - vom Vorstand hin zu einer Arbeit im Team.

Im Team werden die Aufgaben geteilt, jede Frau kann ihre Fähigkeiten einbringen, und jede übernimmt ein Stück Verantwortung, gemeinsam werden Entscheidungen getroffen, Misserfolge getragen und wird sich über Erfolge gefreut.

Das "Team" auf dem Weg zum Grab hat gemeinsam die wohlriechenden Öle eingekauft. Die Frauen wollten Jesus einen letzten Liebesdienst erweisen und ihm auf diese Weise nochmals nahe sein. Sie wussten, was sie wollten und was sie dafür brauchten. Sie hatten sich etwas vorgenommen und gingen zielstrebig daran, ihren Plan in die Tat umzusetzen.

Das war nicht ungefährlich, denn unter Androhung von schweren Strafen war es verboten, die Leichname von Verbrechern und Gekreuzigten zu salben und zu ehren. Den Frauen war diese Gefahr bewusst, und trotzdem sind sie in aller Frühe zum Grab gegangen. Die frühe Stunde war anscheinend ihre einzige Vorsichtsmaßnahme, und alle anderen Ängste haben sie beiseite lassen können. Das heißt, diese Frauen haben großen Mut bewiesen und haben sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen lassen. Sie waren überzeugt davon, dass sie das Richtige tun, und ließen sich nicht beirren.

Auch heute gibt es viele Frauen, die sich mutig für etwas einsetzen, was ihnen am Herzen liegt und was sie für richtig halten. Trotzdem würde ich mir heute manchmal schon noch mehr Mut bei Frauen und Männern wünschen, sich trotz aller Verbote für mehr Gerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft einzusetzen.

Die drei Frauen in der Bibel waren auf der einen Seite gut vorbereitet, sie hatten Öle gekauft, auf der anderen Seite hatten sie in Bezug auf den Stein gar keine weiteren Vorkehrungen getroffen:

Sie hatten weder die Jünger gebeten, ihnen zu helfen (die waren ja auch schon vorher geflohen), noch hatten sie einen Hebekran oder Gabelstapler bestellt. Ich selbst neige manchmal dazu, bei meinen Vorbereitungen für Veranstaltungen/Seminaren etc. vorsichtshalber doch noch einen "Gabelstapler" zu bestellen, für alle Fälle. Aber ist das wirklich nötig? Die biblischen Frauen hatten auch nicht in Erwägung gezogen, es zu dritt, mit vereinten Kräften zu schaffen, sondern sie fragten sich "WER könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?"

Auf wen oder was hatten sie eigentlich gehofft? Auf wen oder was hatten sie vertraut? Auf Gott? Haben sie gebetet auf dem Weg? Berichtet wird davon nichts.

Ist es uns schon mal passiert, dass vor uns ein riesiger Stein lag, und dann war er plötzlich, unerwarteter Weise schon weggerollt?

Der Glaube kann Berge versetzen. Steine wegrollen?

Der Glaube an die Auferstehung - was bewirkt er?

Frauen waren die ersten Zeuginnen der Auferstehung.

Sie sind zunächst vor lauter Angst und Schrecken zwar geflohen, aber dann haben sie auch in dieser Situation ihren Mut wiedergefunden und haben den anderen die Botschaft von der Auferstehung Jesu überbracht.

Wie gut, dass sie gemeinsam, im "Team", zum Grab gegangen sind, unterwegs waren.

Anna Maria Kremer, Diözesanreferentin und Geistliche Begleiterin der kfd im Bistum Limburg